Kompetenzbereich 8 von 8
Grammatik entwickeln
Grammatikförderung im Vorkurs bedeutet nicht Regelunterricht, sondern das gezielte Schaffen von Gelegenheiten, in denen bestimmte Formen im bedeutungsvollen Kontext gebraucht und dadurch erworben werden.
Das Wichtigste in Kürze
- „Der fallte“ oder „*der Frau“ sind Fortschritte, keine Fehler: eine korrekt generalisierte Regel, nur auf das falsche Wort angewendet. Nicht korrigieren – reichhaltigen Input bieten.
- Die typische Erwerbsfolge (Artikel, Mehrzahl, Kasus: Nominativ → Akkusativ → Dativ → Genitiv) hilft, Zwischenschritte richtig einzuordnen.
- Grammatik alltagsintegriert einbauen: Mehrzahlbildung beim Thema Körper, Artikel/Kasus bei Schenk-Spielen, Präpositionen im Bewegungsparcours.
- Erst bei außergewöhnlich hartnäckigen Auffälligkeiten über längere Zeit lohnt der Blick in die Orientierungshilfen zu Sprachentwicklungsstörungen.
Zum Nachlesen – Hintergrund und Quellen
Grammatik als Werkzeug zur Bedeutungsbildung. „Der fallte“ zeigt: Das Kind hat erkannt, wie die erste Vergangenheit gebildet wird – nur auf ein unregelmäßiges Verb angewendet.
Grammatische Entwicklung im Deutschen. Typische Meilensteine: Artikel, Mehrzahlbildung, Kasusmarkierung, Präpositionen, Verbflexion unregelmäßiger Verben.
Grammatik beobachten. Nicht-zielsprachliche Formen sind zunächst als Fortschritt zu werten. Erst hartnäckige Auffälligkeiten über längere Zeit rechtfertigen genauere Betrachtung.
Grammatik alltagsintegriert fördern. Mehrzahlbildung im Kreisspiel, Artikel/Kasus bei Schenk-Spielen, Präpositionen im Bewegungsparcours.
Quelle: Modul B (Neufassung), Teil II, Kapitel 11.1–11.4 – Diskussionsentwurf, fachliche Freigabe steht noch aus.
Praxisimpulse: gleich ausprobieren
Zwei Ideen aus dem Erweiterungsmodul passen direkt zu diesem Kompetenzbereich:
- Präpositionen-Parcours – Raumbegriffe körperlich erfahrbar machen
- Satzmuster-Memory – Artikel und Akkusativ implizit trainieren